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Muttertag – Mütter tragen mehr als Kinder

May 12, 2026

Muttersein beginnt nicht morgens mit dem Wecker und endet nicht, wenn abends endlich Ruhe einkehrt.
Muttersein läuft immer mit: In Form von Gedankenlisten im Kopf, Im Mitdenken, Im Organisieren, Im Auffangen,
Im Funktionieren, selbst dann noch, wenn wir eigentlich längst erschöpft sind.

Wir Mütter tragen vieles gleichzeitig: Termine, Gefühle, Verantwortung, Brotdosen, Sorgen,
Geburtstagsgeschenke, Arztbesuche und diesen unsichtbaren Mental Load, den oft niemand wirklich sieht.

Wir kennen alle dieses Gefühl, dass wir selbst dann noch an alles denken, wenn wir eigentlich erschöpft sind.
Oder dass wir selbst an unserem „freien“ Tag schauen, ob alle genug gegessen haben, ob die Sonnencreme
eingepackt ist und ob morgen noch Milch im Kühlschrank steht. Gerade rund um den Muttertag lesen
wir oft: „Muttertag braucht es doch gar nicht. Das ist doch nur Geschäftemacherei für Blumen und Pralinen.“
Und vielleicht stimmt darin sogar ein kleiner Teil. Denn was wir Mütter wirklich brauchen, passt in keine
Geschenkbox. Wir brauchen keine Perfektion und keine Ideale.

Was wir brauchen ist:


echte Wertschätzung
Gesehen werden
Rückhalt
Entlastung
Partnerschaft auf Augenhöhe

Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern täglich mitten im Alltag.

Wir brauchen keine Väter, die „helfen“. Wir brauchen Väter, die genauso selbstverständlich Verantwortung
übernehmen wie wir, nicht als Unterstützung, sondern als gelebte Elternschaft.

Kinder großzuziehen ist keine Aufgabe einer Mutter mit gelegentlicher Assistenz. Es ist gemeinsame
Verantwortung. Und trotzdem erleben viele von uns, dass wir selbst am Muttertag noch organisieren, planen
und funktionieren. Weil die Gesellschaft uns seit Generationen vermittelt, dass „gute Mütter“ alles im
Blick haben. Selbstverständlich sind wir dabei noch geduldig, verfügbar, liebevoll, dankbar, emotional erreichbar, freundlich und nett.

Nicht immer, weil es von uns erwartet wird, sondern manchmal auch, weil wir selbst nicht loslassen können,
weil die Verantwortung tief in uns sitzt und wir glauben, nur wir könnten es richtig machen. Wir fühlen uns
zuständig - für alles und jeden. Und vielleicht dürfen wir genau dort anfangen umzudenken und lernen
Verantwortung zu teilen und abzugeben, ohne Schuldgefühle zu haben. Wir dürfen akzeptieren, dass
nicht alles perfekt sein muss und vor allem dürfen wir aufhören uns ständig beweisen zu wollen. Denn
unsere Kinder brauchen keine perfekten Mütter. Sie brauchen echte Mütter.

Mütter,
die lachen
die müde sind
die Fehler machen
die manchmal zweifeln
die nicht alles schaffen
die jeden Tag lieben – mit allem, was sie haben.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass in dem Wort Mutter, das Wort Mut steckt. Zufall? Ich denke, zum Muttersein braucht es Mut.
Mut, Entscheidungen zu treffen
Mut, Grenzen zu setzen
Mut, weich zu bleiben in einer oft harten Welt
Mut, jeden Tag wieder aufzustehen
Mut, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er nicht perfekt aussieht

Heute, zum Muttertag, möchte ich deshalb etwas ganz anderes feiern: Nicht die perfekte Mutter, Nicht die
organisierte Mutter, Nicht die Mutter, die scheinbar alles mühelos schafft. Sondern Euch echte Mütter, die Ihr
jeden Tag ihr Bestes gebt. Ihr tragt, fühlt, fangt auf, begleitet und liebt. Ihr die nachts wachliegen und
morgens trotzdem wieder funktionieren. Und vor allem die, die zweifeln und trotzdem weitermachen. Ich teile
mit Euch die Worte von der Kinderflüsterei (Alexandra Köhler), weil man es meiner Meinung nach nicht besser ausdrücken kann:

Sei die Mama, die Du sein möchtest

Sei die Mutter, die Du für Dein Kind sein möchtest. Die Mutter, die Du gerne gehabt hättest. Sei Du. Authentisch.
Du selbst. Sei die Mama, die Kuchenbasare vergeigt oder die Mama, die die Schulbücher zu spät bestellt. Sei
die Mama, die dein Kind nachts um drei von jedem Ort der Welt aus anrufen kann, wenn die kleine Welt deines
großen Kindes untergeht – oder sei die Mama, die ihr Bett nicht mehr teilen mag, weil sie dann keinen Schlaf
findet. Sei die Mama, die nur alle Schaltjahre Kekse backt oder die Mama, die bei jedem St.-Martin-Lied das
Weinen anfängt. Sei die Mama, die beim ersten Liebeskummer das Bett mit ihrem Sohn teilt, um seine
Hand zu halten und die ganze Nacht Horrorfilme mit ihm anzuschauen – oder sei die Mama, die ihre
Schokolade nur ungern teilt. Sei die Mama, die am Mittag noch nicht weiß, was es am Abend zu essen gibt –
oder sei die Mama, die immer Wechselklamotten und Taschentücher dabei hat. Sei die Mama, die
Klassengrillfeste und Elternsprechtage hasst oder sei die Mama, die beim Frühstück schon singt. Sei die Mama,
die ihre Fehler feiert und immer ihr Bestes gibt oder sei die Mama, die sich die Haare rauft und gerade keine
Antworten in sich findet. Sei die Mama, die du immer haben wolltest oder die Mama, die Dinge sagt, die du nie
sagen wolltest. Sei die Mama, die du sein möchtest und nicht die, die du sein sollst. Sei die Mama, die am besten
zu dir und deinem Kind passt und nicht die, die den anderen passt. Sei die Mama deines Kindes und nicht die,
die alle für perfekt halten. Sei die Mama, die du längst bist. Wir müssen nicht jede Mama sein, nur die, die gut für unser Kind ist.

Mütter sind oft der erste sichere Ort eines Menschen. Der Ort, an dem Nähe, Vertrauen und Geborgenheit
wachsen dürfen. Wo Mütter gesehen, gehört und unterstützt werden, wachsen oft Menschen heran, die
später mit mehr Mitgefühl durch die Welt gehen.

Deshalb ist Muttertag nicht einfach nur ein Tag für Blumen oder ein selbstgemaltes Bild. Er ist es vielmehr
die Erinnerung: Mütter zu sehen, nicht in ihrer Perfektion, sondern in ihrer Liebe, in ihrer Krat und in ihrem Mut.

Die Blumen und Pralinen nehmen wir natürlich trotzdem gerne.
Happy motherday