
Rückblick 2016 – Ein Jahr zwischen Schmerz, Mut und Neubeginn
February 3, 2026
Der aktuelle Trend lädt dazu ein, zurückzuschauen. Zehn Jahre. Was war eigentlich 2016?
Als ich mich dieser Frage genähert habe, war mein erster Befund ernüchternd: Auf meinem Handy existieren
keine Fotos aus diesem Jahr. Kein einziges. Und noch bevor ich tiefer graben konnte, war sie da - diese eine
klare, fast reflexartige Bewertung: 2016 war das schrecklichste Jahr meines Lebens.
Also habe ich begonnen zu suchen. Auf meinem Rechner, in alten Ordnern, in längst vergessenen Dateien. Das
erste „Bild“, das mir aus 2016 begegnete, war keine Momentaufnahme, kein Lächeln, kein Urlaub. Es war die
Übersicht der ICD-10, die Klassifikation psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Und plötzlich
ergab alles Sinn.
2016 – Zwischen Zerbrechen und Neubeginn
Zu Beginn des Jahres 2016 war ich noch mitten in meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Im Mai habe ich die Prüfung bestanden. Wenn ich das heute ausspreche, wird mir bewusst: dieses Jahr feiere
ich mein zehnjähriges Jubiläum als Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Die Schreibambulanz gab es bereits vorher. Doch meine therapeutische Arbeit in dieser Form – mit eigener
Praxis, eigener Haltung und Verantwortung – besteht nun seit zehn Jahren!
Mit der Liebe fing alles an
2016 ist auch das Jahr, in dem meine erste Karte entstanden ist – die Liebe - „Mit der Liebe fing alles an.“ …
Ich erinnere mich noch sehr genau: Nach einem Hypnose-Wochenende am Rhein, mit sehr viel
Selbstfindung saß ich auf der Rückfahrt im Zug und habe diese Karte kreiert. Sie kam zu mir - einfach – ungeplant
– leise - ehrlich. Rückblickend war sie der Anfang von etwas, das mich bis heute begleitet.

Neue Räume – äußerlich wie innerlich
Im selben Jahr bin ich von Grefrath nach Nettetal gezogen. Ich weiß noch, wie stolz und glücklich ich war,
diese neuen Räumlichkeiten entdeckt zu haben. Mehr Platz. Mehr Möglichkeiten. Mehr Zukunft. Im Oktober
2016 habe ich die Praxis in Nettetal eröffnet. Größer. Klarer. Reifer. Von mir selbst habe ich aus diesem Jahr
nur ein einziges Foto gefunden. Es stammt aus dem November. Wenn ich es heute betrachte, sehe ich: „Da
ging es langsam wieder bergauf.“
Worte, die geblieben sind
In all der Erschöpfung, Unsicherheit und Überforderung gab es einen Satz, der mir bis heute in Erinnerung
geblieben ist. Der Mann einer Freundin sagte damals zu mir: „Auch wenn du es jetzt noch nicht sehen kannst: An
Weihnachten wirst du auf dieses Jahr zurückblicken und stolz auf das sein, was du erreicht hast.“ Damals konnte
ich das kaum glauben. Ich war viel zu müde, viel zu verletzt und verzweifelt, um mir Stolz überhaupt
vorstellen zu können. Heute weiß ich: Er hatte recht.
2016 – Ein Jahr in dem sich die Spreu vom Weizen trennte
2016 war ein Jahr radikaler Ehrlichkeit. Ein Jahr, in dem sich die Spreu vom Weizen getrennt hat. Nicht nur
Freundschaften sind zerbrochen – auch familiäre Verbindungen wurden gekappt. Den Verlust einer
Freundschaft bedaure ich bis heute. Auch wenn mein Verstand weiß, dass es so sein musste, spüre ich noch
immer die Traurigkeit darüber, diesen Menschen nicht mehr in meinem Leben zu haben. Manche Verluste
lassen sich nicht „auflösen“. Sie dürfen bleiben – als leise Erinnerung an etwas, das einmal wichtig war.
Gleichzeitig sind neue Freundschaften entstanden. Ehrliche. Tragfähige. Unerwartete. Ich habe gelernt, dass
es Menschen gibt, auf die ich mich verlassen kann, die mich mögen und nehmen wie ich bin, dich mich nicht
verändern wollen, die sich mit mir freuen können und wollen – manchmal genau dort, wo ich es nie erwartet hätte.
Auf dem Papier ein Erfolgsjahr – im Herzen ein Rückeroberungsjahr
Wenn ich 2016 nüchtern betrachte, habe ich in diesem Jahr enorm viel erreicht
- Heilpraktikerin für Psychotherapie
- Hypnosetherapeutin
- Umzug
- Eröffnung deutlich größerer Praxisräume
- Scheidung
Und doch bleibt diese erste innere Bewertungbestehen: 2016 war ein schreckliches Jahr. Es war hart. Es war
anstrengend. Ich war am Boden. Ich fühlte mich allein, überfordert, ohnmächtig. Und gleichzeitig würde ich
heute sagen: Ich habe mich 2016 Stück für Stück zu mir selbst zurückgekämpft. Nicht auf einen Schlag. Nicht
laut. Aber konsequent. Ich bin immer noch ich. Ich bin immer noch da. Nicht unversehrt. Aber aufrecht.
Warum dieses Jahr zählt
Manche Jahre fühlen sich nicht nach Wachstum an. Sie fühlen sich nach Aushalten an. Nach Loslassen. Nach
Sterben und Wiederauftauchen.2016 war das Jahr, in dem vieles zerbrochen ist. Aber es war auch das Jahr,
in dem ich mich erinnert habe, wer ich bin und wer ich sein möchte. Ich bin 2016 auferstanden - wie Phönix
aus der Asche.
👉 Wenn du zurückblickst – welches Jahr hat dich am meisten geprägt, auch wenn es sich damals kaum wie ein Erfolg angefühlt hat?


